In der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie ist es durchaus üblich, dass man Filme pushed. Aber was bedeutet das?

Das ist schnell erklärt. Ich belichte z.B. einen Film mit einer Lichtempfindlichkeit von ISO400 so, als ob er ISO800 hätte. Also eine Blendenstufe weniger. Wenn ich den Film dann ganz normal entwickeln würde, wären alle meine Fotos um eine Blendenstufe unterbelichtet, also zu dunkel. Dem kann ich entgegen wirken, in dem ich den Film länger im Entwickler-Bad hängen lasse. Damit gleiche ich die Unterbelichtung wieder aus. Die „Nebenwirkungen“ bei diesem Verfahren sind ein gröberes, stärkeres Korn und ein härterer Kontrast. Das ist je nach Motiv durchaus gewünscht. Gerade bei Personen/Haut ist ein leicht gröberes Korn sehr schmeichelnd.

Positiver Nebeneffekt: ich konnte auch bei schlechteren Lichtverhältnissen ohne zusätzliche Lichtquelle noch fotografieren.

Ilford HP5

Ich babe diese Technik sehr oft eingesetzt mit dem Ilford HP5. Dieser Film war für mich einer der wichtigsten in meiner analogen Zeit. Extrem flexibel einsetzbar, konnte ihn auch mit 2, manchmal gar 3 Blendenstufen pushen. Mit der passenden Entwicklung dazu großartig!

Beispiel: Aktfoto Felsen

Hier sieht man sehr schön, wie das Korn der Haut schmeichelt und das Foto dadurch eine Eleganz erhält.

Felsen - Aktfoto analog mit Ilford HP5