Heute habe ich Fotos der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel für Euch. Die Herausforderung bei diesen Aufnahmen war, dass sie während dem laufenden Betrieb aufgenommen wurden. Klar, so eine Bibliothek ist jetzt nicht Publikumsmagnet Nr. 1, so dass dort unzählige Menschen sich rumtreiben. Aber ausreichend genug, damit es etwas komplizierter wird.

Lange Belichtungszeiten lässt Menschen verschwinden

Ein guter „Trick“ ist dabei immer, die Belichtungszeiten möglichst lange zu wählen, damit die Personen, die durch das Foto normal gehen oder vielleicht maximal 1-2 Sekunden auf einem Fleck stehen bleiben, wie von Zauberhand „verschwinden“. Der Grund ist eigentlich recht einleuchtend. Habe ich z.B eine Belichtungszeit von 30 Sekunden, muss eine Person mindestens mal 5 Sekunden auf einem Fleck stehen bleiben, damit an der Stelle ich die ersten „Teile“ (sieht dann aus wie ein halbdurchsichtiger Geist) überhaupt sehe. Denn alles, was ich auf einem Foto sehe, beruht ja darauf, dass von diesem Objekt Licht reflektiert und von der Kamera aufgenommen wird. Damit das reflektierte Licht und somit das Objekt auch hell genug auf dem Foto erscheint, brauche ich eben eine dementsprechende lange Belichtungszeit. Bewegt sich ein Objekt aber innerhalb dieser Zeit, so verwischt die Kontur. Ihr kennt das sicherlich von anderen Fotos, bei denen eine Person, Auto was auch immer sich schnell bewegt und dieses dann im Foto unscharf verwischt ist. Das ist genau der gleiche Effekt mit dem Unterscheid, dass dabei immer noch genug Licht in die Kamera kommt, damit das bewegte Objekt noch dargestellt wird. Kommt aber nicht mehr genug Licht in der Kamera bzw auf dem Foto an, „verschwindet“ das Objekt aus dem Foto, weil der Hintergrund eine deutlich hellere Lichtmenge in die Kamera reflektiert, so dass dieser dann abgebildet wird und die Person „überstrahlt“.

Puh, das war jetzt kompliziert, oder? Hoffe, das klingt nicht zu verwirrend. Wenn doch, bitte einfach noch mal nachfragen. Dann versuche ich das noch mal zu erklären 😅 Und bitte nagelt mich jetzt nicht auf die physikalische Korrektheit hier fest. Es ist ein Versuch, das Ganze mit einfachen Worten zu erklären 😎

Dynamikumfang und HDR

Bei dieser Art von Aufnahmen ist der Dynamikumfang in der Regel sehr hoch. Also der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt im Foto. Das bekommen ganz oft selbst die besten Kameras nicht mit einem Foto abgebildet. Daher nutze ich bei dieser Art von Fotos gerne die HDR-Technik. Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich die HDR-Fotos bereits lange einsetze, um genau diese Lichtsituationen zu meistern. Und hier war es natürlich auch mal wieder so weit. Alle Fotos sind aus 7 Einzelbelichtungen, natürlich mit Stativ.