Was ist HDR?

HDR – HIGH DYNAMIC RANGE

Die Abkürzung HDR steht für High Dynamic Range und beschreibt die Technik in Fotos einen höheren Kontrastumfang abzubilden. Bezogen auf die Fotografie redet man korrekter Weise von HDRI, also High Dynamic Range Imaging. Eine Belichtungsreihe von durchschnittlich 5 verschiedenen Fotos des gleichen Motivs unterschiedlicher Helligkeit werden mit einer speziellen Software zu einem Foto “zusammengeführt”.

Das Resultat ist ein Foto mit höherem Kontrastumfang (High Dynamic Range), sprich mehr Details und Helligkeitsabstufungen (oder „Zeichung“ wie der Fotograf gerne auch mal sagt) in Schatten oder Lichter. Somit geht (rein theoretisch) fast nix verloren und das Foto bekommt mehr Tiefe.

Solch ein Foto, vorausgesetzt es ist auch richtig erstellt, kommt dem deutlich näher, wie der Mensch es sieht, da das menschliche Auge von Natur aus dazu in der Lage ist und einen deutlich größeren Kontrastumfang hat, als ein normales Foto (Low Dynamic Range – LDR).

Viele HDR-Fotos kommen einem dennoch unnatürlich vor. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Die beiden Häufigsten sind:

  • das HDR ist einfach schlecht gemacht oder mit Absicht „künstlerisch“ verfremdet
  • die Sehgewohnheit der Menschen ist einfach eine andere. Von Anfang an der Fotografie (sagen wir mal wir nehmen das erste Foto von 1826 von Joseph Nicéphore Nièpce als Start der Fotografie) schauen wir auf Fotos mit einem geringerem Kontrastumfang, als das menschliche Auge, da die  HDR-Technologie  gerade in der Fotografie erst in den letzten Jahren populär geworden ist.

EINSATZGEBIETE HDR-FOTOS

Die HDR-Fotografie findet viele Einsatzgebiete. Für mich sind es die Landschaftsfotografie, Architekturfotografie und Tourismus. Doch auch für Produkt-/Industriefotografie macht je nach Motiv/Objekt die HDR-Fotografie Sinn. Grundsätzlich muss man bei jedem Foto überlegen, ob ein HDR Vorteile bringt, so wie man über andere Dinge bei jedem Foto nachdenken sollte (Belichtung, Objektiv-Wahl, Bildaufbau, etc.).

VOR- UND NACHTEILE HDRI

Vorteile

  • mehr Details
  • mehr Kontrast
  • die Stimmung & Atmosphäre bleibt erhalten
  • wirkt realistischer (wenn es „richtig“/„natürlich“ gemacht wird)
  • mehr Tiefe, fast 3-dimensional

Nachteile

  • man braucht immer ein Stativ
  • die Nachbearbeitung dauert deutlich länger
  • bewegte Motive sind sehr schwer einzufangen und benötigen noch mehr Nachbearbeitung

Was genau sind den jetzt HDR-Fotos?

In der Fotografie hat man oft die Probleme, dass man eine Szenerie fotografieren möchte, diese aber nicht richtig belichtet bekommt, da entweder die hellen Bereich zu hell oder die dunklen Bereiche zu dunkel werden. Das beide Bereiche gleichzeitig richtig in einem Foto dargestellt werden, ist oft nicht möglich.

Beispiel: Sonnenuntergang im Hafen von Cres/Kroatien. Die kleinen Wolken am Himmel sind hier im Foto korrekt belichtet, aber der Hafen ist zu dunkel geraten. Hätte ich jetzt das Foto so belichtet, dass der Hafen hell genug ist, wäre der Himmel/Wolken komplett “verschwunden”.

zu dunkel:

 

zu hell:

 

Mit der HDR-Technik bekomme ich dieses Problem in den Griff.

 

Oft versuchen Fotografen, mit teilweise hohem Aufwand und Einsatz an Blitzgeräten, eine Szenerie auszuleuchten, damit alle Bereiche des Fotos „richtig“ belichtet werden. Der Nachteil: Das Lichtstimmung vor Ort wird komplett durch das Blitzlicht zerstört und die Atmosphäre und die Stimmung vor Ort gehen verloren. Die Fotos sehen dann oft sehr flach aus, die Tiefe im Bild geht verloren.
Mit der HDR-Technik hingegen behält man die Stimmung und Atmosphäre der Szenerie, es geht nichts verloren, das Bild bekommt deutlich mehr Tiefe und Details. So, wie es das menschliche Auge eigentlich sieht.

Selbsttest

Man kann es leicht selbst ausprobieren. Einfach bei schönen Wetter mal in die Landschaft schauen. Im Vordergrund ist ein Wald mit vielen Bäumen, darüber blauer Himmel und ein paar Wolken. Das menschliche Auge kann all dies zusammen auf „einem Bild“ erkennen, die Baumstämme im Wald und die Struktur der Wolken.

Versucht man jetzt diese Szene mit einer Kamera aufzunehmen, wird man schnell feststellen, dass bei der Belichtung, egal in welche Richtung man die Kamera verstellt, irgendwas immer verloren geht. Entweder haben die Wolken keine Struktur mehr oder sind gar gänzlich verschwunden, oder der Wald verschwimmt zu einer dunklen Masse ohne jegliche erkennbare Details.

VORRAUSSETZUNGEN

Hardware

  • Stativ
  • Kamera mit manueller Belichtungsfunktion
  • am besten eine Kamera, die Fotos im RAW-Format speichert

Software

Für die Erstellung des HDR-Bildes wird eine spezielle Software benutzt. Angefangen habe ich mit Photomatix. Meiner Meinung nach lieferte dieses Programm zu der Zeit (2009) exzellente Ergebnisse. Es ist vielleicht nicht das eleganteste Programm in der Bedienung, aber die Ergebnisse sind echt gut.

Dann bin ich auf Nik HDR Efex Pro 2 gestoßen. Die neue Version ist echt der Hammer und war lange Zeit mein neuer Favorit! Die Bedienung ist total intuitiv, die Benutzeroberfläche aufgeräumt, der Workflow großartig.

Doch seit Sommer 2014 gibt es für mich ein besseres Tool: Franzis HDR projects 3 professional. Diese Software hat einen völlig neuen Ansatz und liefert extrem gute Ergebnisse. Das in meiner Augen bisher beste Programm für HDR Fotografie!

Des weiteren kommen noch zum Einsatz:

  • Photoshop für die Nachbearbeitung
  • Rauschunterdrückung z.B mit Nik Dfine oder Denoise projects
  • Farb/Kontrast/Schärfe Optimierung mit Nik ColorEfex Pro oder Topaz Adjust oder Lightroom

10 Kommentar

  1. Servus Archim !
    Ich hätte einen kleinen Auftrag wenn du erwas Zeit füt mich hättest, würd mich das sehr freuen. L.g. Hermann ( Exhaus)

  2. Super Artikel! Das Beispiel erklärt es gut. Meist finde ich die Bilder – grauenhaft, das liegt vermutlich an Übertreibung oder etwas Besonderes darstellen zu wollen, hat aber für mich nicht mehr viel mit Fotografie zu tun.
    Jetzt… muss ich wohl doch mal mit dem Stativ arbeiten
    Vielen Dank!

    • Hi Lisa, danke für die Blumen ;) Und ja, gaaaaanz viele übertreiben es, was total schade ist. Dann viel Spaß schon mal mit dem Stativ! Bin gespannt, wie Du zurecht kommst…

  3. Hallo, ich mache also ca. 5 Fotos und belichte diese manuel (zu hell, richtig, zu dunkel)
    Und die Software macht dann später aus den RAW ein Foto ? Geht dann ja auch mit meiner Canon 600d?

    • Hi Sven, ja genau, du machst die verschiedenen Aufnahmen und mit einer HDR-Software bastelst Du dieses Aufnahmen zu einer zusammen. Ich kenne die Canon 600d jetzt nicht, aber wenn Du manuell belichten kannst, dann sollte das ja ohne Probleme zu machen sein ;)

      • Hallo Achim,
        ich werde es testen, die 600d ist ein Einsteigermodell, kann das aber, bin noch Anfänger, vielen Dank

  4. Hei Achim, nun ist mein Wissen zu HDR intelligent erweitert!
    Ich werde das ganze jetzt auch probieren. Leider habe ich z.Z. nur mein Handy das HDR-faehig ist. Eine Software habe ich mir auch zugelegt. Mal sehen ob ich genau so begeistert werde, wie Du es schon bist.

    Viele Grüße aus Norwegen

    Gunther

    • Hi Gunther,
      freut mich, dass ich Dir meine Erläuterung ein wenig geholfen hat. Viel Freude mit HDR ;)
      Lg

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